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Sollte ich einen fremden Hund streicheln?

Beim Menschen kennen wir das: Kommt das zweite Kind zur Welt, ist es sofort der Star. Vater und Mutter, Tanten und Onkel, Opa und Oma – sie alle kommen zu Besuch und wollen das Neugeborene auf den Arm nehmen, streicheln es, sagen „oh, bist du süss“… das ältere Geschwisterkind stellt dies auf eine mächtige Probe: Da kommt ein Fremder in die Idylle und plötzlich bin ich nicht mehr Nummer 1. Viele Kinder quittieren diese Situation mit unterschiedlichen Formen von Protest, wenn ihnen kein adäquater Ausgleich zu Teil wird.

Die menschliche Eifersucht

Hinlänglich bekannt ist, dass Eifersucht beim Menschen eine der stärksten Gefühle auslöst, die wir kennen. Stärker noch als Liebe und Zuneigung reagieren wir, wenn unsere Liebe durch einen fremden Eindringlich bedroht wird. Selbst wirklich gelassene und in sich ruhende Menschen können plötzlich handgreiflich werden, wenn sie merken, dass ihre Liebe in Gefahr ist. – Nicht selten schaffen es solche Eifersuchtsdramen bis in die Presse.

Doch gibt es Eifersucht auch bei Hunden?

Bekannt ist, dass Hunde sehr treue Wesen sind. Unzählige Beispiele sind bekannt, wo Hunde noch lange nach dem Tod ihres Herrchens täglich zum Friedhof gegangen sind, weil sie offenbar ihren Ansprechpartner vermissen. Doch das ist der Verlustschmerz. Nicht die Eifersucht.

Während die menschliche Eifersucht doch recht umfassend erforscht und mit Studien belegt ist, sind wissenschaftliche Arbeiten über die mögliche Eifersucht von Hunden eher unüblich. Das ist nun anders: Forscher der australischen Universität Auckland haben eine Studie erstellt (und diese im Fachblatt „Psychological Science“ veröffentlich), die sich speziell mit der Eifersucht von Hunden beschäftigt – also den Tieren, die der Mensch vor mindestens 15.000 Jahren aus dem Wolf gezähmt und nach Hause in die eigenen vier Wände geholt hat.

Der Versuchsaufbau

Insgesamt 18 verschiedene Hunde unterschiedlicher Rassen wurden in unterschiedlichen Versuchsanordnungen beobachtet. In der ersten Szene streichelten die Versuchspersonen einen täuschend echt aussehenden Stoffhund, während die Hunde der Versuchspersonen aus einigen Metern Entfernung zuschauen mussten. In der zweiten Szene wurde der Stoffhund durch ein quadratisches Kissen ausgetauscht. In der dritten Versuchsanordnung fand das Streicheln des Stoffhundes für den eigenen Hund unsichtbar hinter einer halbhohen Wand statt, während in der vierten Versuchsanordnung ebenfalls hinter der Wand vom Herrchen das Kissen gestreichelt wurde.

Da der Stoffhund frei von tierischen Gerüchen und ebenso frei von tierischen Geräuschen ist, beschäftigt sich die australische Studie also nur mit den visuell wahrnehmbaren Einflussgrössen. Vor allem also dem sichtbaren bzw. unsichtbaren Streicheln durch Menschenhand, zum anderen durch den Unterschied zwischen einem künstlichen Hund und einem offenbar eindeutig als Kissen identifizierbaren Stoffquadrat.

Die Ergebnisse

Die für die Studie rekrutierten Hunde zeigten nicht nur dann, wenn sie das Kraulen des fremden Hundes sehen konnten, sondern auch dann, wenn sie dieses aus den Bewegungen ihres Herrchens hinter der halbhohen Wand erahnen konnten, merkliche Anzeichen von Eifersucht. Gerade wenn der fremde Hund sichtbar war, zeigte sich die Eifersucht durch spontanes Bellen, lautes Winseln, aber vor allem dadurch, dass erhebliche Zugkraft an der Leine aufgebaut wurde. Beim Kissen hingegen rührten sich die Hunde nicht. Das Kissen wurde also klar als Sache eingestuft und nicht als „Nebenbühler“ identifiziert, während der Stoffhund sofort als vermeintliche Bedrohung wahrgenommen wurde.

Spannend auch: Die pure Anwesenheit des vermeindlichen Nebenbuhlers im gleichen Raum stellte für die Hunde der Versuchsreihe keine Stresssituation dar. Erst wenn die menschliche Interaktion hinzu kam, änderte sich dies schlagartig.

Der Versuchsaufbau im Video

Zur besseren Veranschaulichung hat das Forscherteam ein kleines (englischsprachiges) Video erstellt, dass hier angeschaut werden kann.

Unser Fazit

Auch wenn Hunde nicht sprechen können, eine Befragung über eine qualitative Marktforschungsstudie also nicht möglich ist, so zeigt die Studie recht deutlich, was in den Köpfen unserer Fellnasen vor sich geht, wenn wir fremde Hunde streicheln. Nur schwer erforschbar ist es, ob die Eifersucht beim Hund ähnlich stark ausgeprägt ist, wie beim Menschen. Doch viel wichtiger: Was für den Menschen gilt, gilt zumindest in Bezug auf Eifersucht beim Hund grundsätzlich auch.

Mit diesem Wissen können wir uns also sehr bewusst gegenüber unseren eigenen, aber auch gegenüber fremden Hunden verhalten und unnötige Stresssituationen vermeiden.

Unser Tipp

Wenn Du selbst nicht nur Hunde, sondern auch Kinder hast, so teile dieses Wissen mit Deinen Kindern. Kinder neigen nämlich gerade dann, wenn sie eigene Hunde in der Familie haben, dazu, auch fremde Hunde zu streicheln.

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