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Teil 2: Fippos Flucht

Fippo, der zottelige herrenlose Hund, hatte sich Heiligabend bei der jungen Busfahrerin Fadrina eingenistet. Doch plötzlich taucht eine Frau auf, die behauptet, Fippo's Besitzerin zu sein.

Droht der Auftakt zum Abschied zu werden?

Was ist das? Fadrina fährt von ihrem Kissen auf. Irgendetwas hat sie geweckt. Hinter den senfgelben Vorhängen erahnt sie das erste Dämmerlicht des Tages. Die mit Schnee bedeckten Berge liegen direkt vor dem Haus. Sie lauscht. Da, eindeutig ein Knurren. Das Handy zeigt halb Acht und eine grosse Eins. Ihr bleibt das Herz stehen: Sie hat verschlafen. Mist! Dann atmet sie auf: Es ist Neujahr, und sie hat frei.

Doch weshalb knurrt Fippo?

Sie schwingt die Beine aus dem Bett, tapst barfuss in den Flur. Vor der Haustür liegt Fipo, seine Nackenhaare stehen senkrecht, sein Knurren klingt wie ein leises und gleichzeitig bedrohliches Donnergrollen, das stetig anschwillt. In diesem Moment klingelt es. Fippo schiesst auf und bellt so laut los, dass Fadrina zusammenzuckt.

Besuch an Neujahr?

Wer will jetzt etwas von ihr? Zu dieser frühen Morgenstunde an Neujahr? Sie trägt ihre alte rote Trainingshose, das T-Shirt von einem Marathon und ihre nachtschlafenen Haare machen Fipo's Zottelfrisur wirklich Konkurrenz. Trotzdem öffnet sie die Tür.

„Guten Morgen, Frau Schmid. Entschuldigen Sie die Störung. Ich bin Gian Caviezel. Und das neben mir ist Riet Meier. Ah, und a guats Neus."

Polizei

Die beiden Polizisten wirken etwas verschlafen, aber freundlich. Auf ihren Perrets liegen einzelne Schneeflocken. Fadrina ist ihnen im Dorf schon öfter begegnet, und einmal haben sie einen betrunkenen Fahrgast aus dem Bus geholt.

Der Jüngere hat bisher geschwiegen, ihr nur zugenickt. Sie schätzt ihn auf Mitte 20, die blonden Locken geben ihm etwas Sanftes, Engelhaftes. Aber die Konturen seines Profils sind scharf geschnitten, die hellblauen Augen schauen aufmerksam und gleichzeitig verträumt. „Guten Morgen, was ist los?" versucht sie, Fippo's Bellen zu übertönen.

Der Blonde öffnet seinen Mund, doch der Wortführer ist schneller: „Es geht um den da", er nickt mit seinem Kopf Richtung Fippo. „Das ist nicht Ihr Hund, oder?"

„Er ist mir zugelaufen", bestätigt Fadrina. „Im Tierheim bleibt er ja nicht."

Caviezel nickt. „Ja, das habe ich gehört. Es ist nur so: Seine Besitzerin hat sich heute Nacht gemeldet. Sie wohnt in Soglio. Anscheinend ist ihr der Hund entlaufen."

Entlaufen?

Fadrina glaubt, sich verhört zu haben. „Wie bitte? Der ist schon ewig hier im Engadin unterwegs. Er war nicht gechipt – das hat erst das Tierheim gemacht. Und früher gehörte er anscheinend dem alten Clalüna, dem Milchschafzüchter."

„Ja, auch das wissen wir", sagt der Jüngere, mit überraschend tiefer Stimme.

„Nach Clalünas Tod hat die Dame ihn übernommen. Anscheinend ist er die Strecke von Soglio bis Lavin zurückgelaufen und blieb unauffindbar. Allerdings gab es auch keine Vermisstenanzeige."

„Blödsinn", rutscht es Fadrina heraus, „er fuhr die ganze Zeit Bus. Schon deswegen war er im ganzen Tal bekannt."

„Die Dame musste für längere Zeit ins Spital und danach zur Reha. Nun ist sie zurück und hat den Hund – den sie übrigens umtaufte auf Asto – erst letzte Nacht vermisst gemeldet. Sie hat uns den Impfausweis vorgelegt. Tja, und nun sind wir da, um ihn ihr zurückzubringen."

Zurück

Fadrina schluckt. Seit Weihnachten war Fippo ihr nicht mehr von der Seite gewichen. Er schlief stets an ihrem Bettende ein. Er begrüsste sie jeden Morgen, als käme sie von einer Weltreise zurück. Er begleitete sie zu ihren Bustouren, wo er manierlich auf dem Boden lag und die Fahrgäste bezirzte. Er leistete ihr Gesellschaft, wenn sie ihre Lieblingsserien guckte oder endlos lange telefonierte oder auf Wanderschaft ging.

Seit Fipo in ihrem Leben und im Haus ihrer Nana war, fühlte sie sich erstmals wieder richtig daheim hier im Engadin. Auch wenn sie mit ihrer Nana nur noch auf dem Friedhof sprechen konnte. Und jetzt soll Fippo – als "Asto" – wieder aus ihrem Leben und ihrem Alltag verschwinden? Nein. Nein, nein, nein!

„Das können Sie nicht tun", sagt sie. Der Blonde schaut sie an, sie kann ein Bedauern in seinen Augen erkennen. „Miar müand. Leider. So will es das Gesetz. Der Hund ist ordnungsgemäss in Soglio im Bergell gemeldet. Das haben wir überprüft. Es ist unsere Pflicht, ihn zur rechtmässigen Besitzerin zu bringen."

Fadrinas Herz wird schwer und schwerer. Sie dreht sich nach Fippo um, der längst verstummt ist. Seine dunklen Hundeaugen sind ein einziges Fragezeichen. Fippo schaut auf. Die Polizisten schauen. Fadrina schluckt wieder.

Und tschüss?

„Machen Sie es uns nicht schwer", bittet der Caviezel mit leiser Stimme, „geben Sie mir die Leine."

In diesem Moment macht Fippo einen Satz, zwängt sich an den Beamten vorbei durch die offene Tür und stiebt durch den hohen Schnee davon. Seine Zottelhaare flattern im Morgenwind.

„He, stop! Rufen Sie ihn zurück!", schreit Caviezel. Der Jüngere spurtet los, sinkt aber sofort im Schnee ein. „Sie werden keine Chance haben", sagt Fadrina. Ihr Herz hämmert, ihr „Fippo, hier", verschluckt der Wind.

Der Beamte schaut fassungslos in die Richtung, die Fippo eingeschlagen hat. Nach drei Minuten ist der Blonde zurück, keuchend, seine Hose ist bis zu den Knien weiss. „Er ist weg", japst er, „nicht mehr zu sehen."

„Gopfertellli, huara Saich!", schimpft Caviezel und drückt Fadrina eine Karte in die Hand. „Hier. Wenn er zurückkehrt, rufen Sie sofort an."

„Ja, sicher", sagt Fadrina. Als die beiden davongestapft sind, kocht sie sich einen Kaffee. Die Sache kommt ihr komisch vor. Weshalb hat die Frau ihren Hund erst jetzt als vermisst gemeldet? Weshalb hatte sie Fippo nicht chippen lassen? Und weshalb hatte sie nicht nach ihm gesucht? Das hätte sie auch von der Reha aus tun können. Da stimmt etwas nicht.

Wo Fippo sich wohl rumtreibt?, fragt sie sich etwas bange. Er ist schlau. Und so leer es sich auch anfühlt ohne ihn, eine Gewissheit hat sie: Eines Tages wird er wieder in ihrer Stube stehen.

Was dann sein wird? Das weiss sie nicht. Nur so viel: Der Auftakt in ein neues Jahr darf kein Abschied sein. Sie trinkt den Kaffee in kleinen Schlucken und schaut hinaus. Dann geht sie in die Stube öffnet sie die Verandatür einen Spalt breit.

Freuen Sie sich heute schon auf die Fortsetzung: Kommt Fipo zurück?

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